György Ligeti (1923–2006) gehört zu den einflussreichsten Komponisten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Nach seiner Flucht aus Ungarn 1956 entwickelte er in Köln und später in Wien eine völlig eigenständige Musiksprache, die sich sowohl vom Serialismus der Darmstädter Schule als auch von der Aleatorik John Cages abgrenzte.
„Ich träume von einer Musik, die weder Melodie noch Rhythmus hat – nur Klang, der sich verwandelt wie Wolken am Himmel." — György Ligeti
Verfügbare Analysen
Lontano (1967)
„Lontano" – aus der Ferne – ist ein Orchesterwerk, das Ligetis Technik der Mikropolyphonie zur Vollendung bringt. Dutzende von Stimmen bewegen sich in minimalen Intervallen und verschmelzen zu einem schimmernden Klangteppich. Die Analyse untersucht die kompositorischen Verfahren und ihre expressive Wirkung.
Atmosphères (1961)
Das Werk, das Ligeti international bekannt machte – nicht zuletzt durch Stanley Kubricks Verwendung in „2001: A Space Odyssey". Atmosphères verzichtet fast vollständig auf erkennbare Melodien und Rhythmen. Stattdessen entstehen langsam sich wandelnde Klangflächen aus dicht geschichteten Clustern.
Ligetis Bedeutung
Mit Werken wie Atmosphères und Lontano hat Ligeti gezeigt, dass es jenseits von Serialismus und Aleatorik einen dritten Weg gab. Seine Musik beeinflusste Generationen von Komponisten – von der Spektralmusik bis zur Filmmusik.
Siehe auch: Adorno zur Zwölftontechnik – für den theoretischen Kontext, gegen den Ligeti sich positionierte.