Hanns Eisler

Politische Musik und die Schönberg-Schule

Hanns Eisler Portrait

Hanns Eisler (1898–1962) war einer der bedeutendsten Schüler Arnold Schönbergs – und zugleich derjenige, der sich am weitesten von dessen ästhetischen Positionen entfernte. Als überzeugter Kommunist suchte Eisler nach Wegen, die avancierte Kompositionstechnik der Wiener Schule mit politisch wirksamer Musik zu verbinden.

„Ich bin gegen das schlechte Hören und gegen die schlechten Interpreten, und ich bin gegen die schlechten Komponisten. Ich bekämpfe das seit 1918. Heute ist 1961. Ich gebe zu, ich bin besiegt worden." — Hanns Eisler

Verfügbare Analysen

Werke im Überblick

Eine Übersicht über Eislers wichtigste Kompositionen:

  • Zeitungsausschnitte op. 11 (1925–27)
  • Duo für Violine und Violoncello op. 7/1
  • Kleine Sinfonie op. 29 (1932)
  • Chöre op. 13 und op. 21 (1928–30)
  • Ernste Gesänge (1961)

Eisler und Adorno

Das komplexe Verhältnis zwischen Hanns Eisler und Theodor W. Adorno: gemeinsame Wurzeln im Schönberg-Kreis, Zusammenarbeit am Filmmusikbuch, politische Trennung durch den Kalten Krieg – und doch überraschende theoretische Übereinstimmungen.

Eislers Bedeutung

Eisler versuchte als einziger der Schönberg-Schüler, avancierte Kompositionstechnik mit politischer Wirksamkeit zu verbinden. Seine Arbeiterchöre, Kampflieder und Filmmusiken zeigen, dass dies möglich war – wenn auch unter Kompromissen, die Adorno nicht eingehen wollte.

Siehe auch: Adorno 2003: Außer Betrieb – zur Rezeptionsgeschichte beider Komponisten.